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 Hypocras (Informationen ) 
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Souschef
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Beitrag Hypocras (Informationen )
Hypocras (Informationen )

Der beste und weit bis in die Neuzeit hinein beliebteste mittelalterliche Würzwein war der Hypocras, auch Hippokras genannt. Namensgeber war der berühmte griechische Arzt Hippokrates.
Hier steht die Gesundheit an erster Stelle. Der Hypocras hatte die Aufgabe, die Verdauung anzuregen und auch zu fördern.
Das Aufwendige bei der Herstellung ist das Filtrieren.
Die Gewürze bilden beim Auslaugen im Wein Schleimstoffe, die sich nicht besonders gut filtrieren lassen. Wenn man Glück hat, sinken die Stoffe zu Boden, und man kann dem Hypokras zuerst durch ein einmaschiges Teesieb laufen lassen. Auch wenn man ihn mehrfach filtriert, wird sich am Flaschenboden immer wieder ein leichter Bodensatz bilden. Das tut dem Geschmack keinen Abbruch und ist außerdem ein Zeichen dafür, daß man echte Gewürze und keine Aromastoffe verwendet hat.
Der Wein ist ein gutes halbes Jahr haltbar. Nach einem Jahr verändert er seinen Geschmack. Er bekommt eine Firne.
Die geschmackliche Zusammensetzung ist so komponiert, daß man die drei Gewürze nacheinander erfassen kann.
Als erstes riecht man den Zimt und schmeckt ihn vorne auf der Zunge. Beim Herunterschlucken spürt man den Ingwer, der warm die Kehle herunter läuft. Zum Abschluss spürt man, wie der Galgant leicht den Gaumen antäubt.
Der Hypocras war ja als Medizin gedacht.
Walther Ryff beschreibt in seinem Confect Büchlein und Hausz Apothek, welches 1544 in Frankfurt/Main erschien, sehr ausführlich die Zubereitung und gesundheitliche Wirkung verschiedener Würzweine.
Auch beklagt er sich darüber, daß der Hypocras auch gewöhlich von denen morgens als eine kalte Suppe getrunken/ welche die Nacht in Üppigkeit und Mutwillen/ mit Fressen/ Saufen/ und anderen Lastern zugebracht.
Mit dieser Kritik stand er sicher nicht allein.
Getrunken wurden Würzweine trotzdem, auch von denen, die sich kerngesund fühlten.
Der Geschmack war einfach, wie auch Ryff selbst schreibt sehr schleckerhaftig/ und der Zunge anmutig.
Wer kann da schon widerstehen?
Wein konnte aber auch mit allen nur denkbaren Kräutern, Blumen, Wurzeln oder Früchten versetzt werden, denn für alle Krankheiten und Gebrechen war ja mindestens eine Pflanze vorhanden.

_________________
Wenn du eine helfende Hand suchst,findest du sie am unteren Ende deines Armes....


6. Mai 2007 22:44
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